SoFFin und ESM

In den Artikeln werden die Maßnahmen als „Erfolg“ mit „Nebenwirkungen“ verkauft, da man schnell und zügig Lösungen zur Beseitigung bzw. Abfederung der Finanzkrise liefern musste und mit SoFFin genau dies geleistet habe und der ESM in Zukunft leisten soll.

Dass man damit nur Symptome behandelt hat, wenn überhaupt, aber wieder und in typischerweise die eigentliche Ursache der Finanzkrisen nicht mal ansatzweise beschreibt, kann man nur als Kunst des modernen Journalismus nennen, der nicht das Ziel zu haben scheint, den Leser wirklich zu informieren, sondern unter Nutzung komplexer Wirtschafts- und Finanzbegriffe die genommenen Maßnahmen als alternativlos und notwendig darzustellen und eine erfolgreiche Beschwichtigung des gemeinen Lesers zu betreiben, kurz: alles ist ok, große Veränderungen sind nicht notwendig oder gar schädlich. Und der gemeine Leser glaubt „die wissen schon was sie tun“. Sie tun es, aber nicht im Interesse des gemeinen Lesers.

Die Ursachen liegen tiefer und gravierender, welche die Häufigkeit der Finanzkrisen nur weiter erhöhen. Allein zwischen 2000 und 2010 gab es die Dot.Net Krise, die 9/11 Krise, die Lehman-Krise und die Euro-Krise. Das sind 4 „Jahrhundertkrisen“ innerhalb von 10 Jahren. Die Kreditkartenkrise steht vor der Tür und die Euro-Krise ist mitnichten ausgestanden. Mit dem „Quantitative Easing“ Programm der FED und der EZB steht eine gravierende Inflation vor der Tür, da der Markt mit „Papiergeld“ überflutet wird. Die FED hat gerade den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht, welche den Anleihemarkt wieder anheizt. Aber die Kredite, die zu großen Mengen von Unternehmen zu sehr niedrigen Zinsen geliehen wurden, zumeist basierend auf variablen Zinsen, werden die meisten von ihnen sukzessiv in Krisen stürzen, welche wieder einen Effekt auf die Banken haben werden und dies zwangsläufig in eine erneute Liquiditäts- und Bankenkrise führen wird.

Eine endlose „Papiergeld“-Versorgung führt zwangsläufig in eine Inflation. Die FED wird wahrscheinlich bei der ersten Gefahr von Masseninsolvenzen die Zinsen wieder zurückschrauben. Am Beispiel Japans sehen wir, dass eine Ökonomie so aus der Nullzinswirtschaft nicht mehr herauskommen kann. Aber die „japanische Lösung“ kann wohl nicht als globale Lösung dienen.

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