Analyse der Geldschöpfung auf der realen Ebene einer Geschäftsbank

Anatomie der Geldschöpfung.001

im Rahmen der Veranstaltungsreihe
“Bausteine einer Neuen Geldordnung”

Mo. 05.9. @ 19.00

wird vom Referenten  Arne Pfeilsticker  im Club Voltaire Frankfurt das Thema  Geldschöpfung der Banken genauer unter die Lupe genommen.

Die Geldschöpfung im Bankensektor ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Die Frage ist, ob, in welchem Umfang und mit welcher Wirkung der Bankensektor Geld selbst herstellt und in Umlauf bringt. Es geht auch um die Frage, ob Banken Kredite aus Kundeneinlagen oder mit selbstgemachtem Geld finanzieren.

Der Sachverhalt ist erheblich, denn wer mit selbstgemachtem Geld Güter und Dienstleistungen kaufen und Kredite vergeben kann, hat gegenüber allen anderen, die für ihr Geld Gegenleistungen erbringen mussten, einen erheblichen Vorteil. – Insbesondere dann, wenn die Herstellung von Geld nichts kostet.

Im Allgemeinen wird die Diskussion auf der Ebene von Bankbilanzen geführt. Aber eine Bilanz ist bereits Dokumentation und insbesondere Interpretation der realen Ebene und nicht die reale Ebne selbst. Buchungssätze dokumentieren, filtern und bewerten vermögensrelevante Geschäftsvorfälle und stellen damit die reale Ebene eines Unternehmens in einer ganz bestimmten Art und Weise dar.

Die Zielsetzung dieser Analyse besteht darin, Geld und die Geldschöpfung auf der realen Ebene der Bank darzulegen.

Eine Bankbilanz hat mit Geld und Geldschöpfung genauso viel oder wenig zu tun, wie eine Ligatabelle mit den erfassten realen Fußballspielen. Eine Ligatabelle „bilanziert“ spielrelevante Ergebnisse, aber die Spiele selbst sind etwas ganz anderes.

Das reale Phänomen Geld und Geldschöpfung legen nahe, den Geldbegriff und die Abgrenzung der Geldmengen weiter und etwas anders zu fassen, als dies nach herrschender Meinung erfolgt.

Im Detail werden in dieser Studie folgende Ergebnisse begründet:

1. Alle Rechtsansprüche auf Geld sind Geld.

2. Diese Ansprüche auf Geld entstehen und werden in Finanzprodukten rechtsverbindlich vereinbart.

3. Bar-/Giralgeld: Ansprüche auf Geld werden zu Geld im engeren Sinne, wenn es Rahmenbedingungen gibt, in denen Forderungen zur Begleichung von Verbindlichkeiten verwendet werden. (Zahlungsmittelfunktion)

4. Wenn Bedingung 3 nicht erfüllt ist, dann können Forderungen dennoch Geld i.e.S. sein, wenn es Märkte oder Vereinbarungen gibt, in denen diese Forderungen effizient und nahezu pari in Bar-/Giralgeld umgetauscht werden können. (z.B. Geldmarktpapiere)

5. Die Summe der Passiva aller Bankbilanzen weisen Geld nach, das der Bankensektor selbst hergestellt hat. Das Eigenkapital der Bankbilanzen könnte man auch als die „Girokonten“ der Banken selbst betrachten.

6. Nicht nur die Auszahlung eines Kredits, sondern alle Zahlungen von Banken an Nichtbanken führen direkt oder indirekt zu einer Geldschöpfung.

7. Nicht nur die Tilgung eines Kredits, sondern alle Zahlungen von Nichtbank an eine Bank führen direkt oder indirekt zu einer Geldvernichtung.

8. Die Einlagen der Kunden, sind nicht die entsprechenden Positionen auf der Passiva-Seite der Bilanz, sondern die Aktiva, die im Zuge z.B. einer Einzahlung zufließen, wie z.B. Barreserve. Hinter der Passiva-Position Kundeneinlagen verbergen sich die Rückzahlungsansprüche der geleisteten Einlagen durch die Kunden.

Eintritt frei.

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Ein Gedanke zu „Analyse der Geldschöpfung auf der realen Ebene einer Geschäftsbank“

  1. Ich sehe das Problem von einer anderen Seite!
    Bisher haben die Banken von der Differenz der Zinsen von Privateinlegern (Kunden) und der erhaltenen Zinsen von der Staatsbank gelebt.
    Nun geben die Staatsbanken Null- oder Minuszinsen!
    Wenn die Banken diese Negativ-Zinsen an die Kunden weiter geben, wird jeder Kunde sein Geld von der Bank abheben, also verlieren die Banken ihr Arbeitsmittel (Das ja im Moment sowieso keinen Ertrag bringt).
    Nach allgemeiner Auffassung sollte aber die wirtschaftlich geschulte Bank das Geld in Produktionsmittel (Industrie, Aktien, Handwerk, Dienstleistung und Anderes) investieren, und damit Zinsen für ihre (nicht wirtschaftskundigen) Kunden generieren und damit die Volkswirtschaft fördern, als nur von Zinsdifferenzen zu leben.
    Fazit: Eine Bank die nur von Geld – jongliererei lebt, hat ihre Aufgabe verfehlt, und sollte lieber vom Markt verschwinden.
    Leider haben sich viele Banken an solch Jonglieren gewöhnt!
    Ich weiß auch keinen Ausweg, aber Die von uns gewählten Staatsführer behaupten, dass sie es könnten. Können Diese das wirklich?

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