Alle Beiträge von Medien

Medien ist der Account der Redaktion

Neuer Masterstudiengang “Plurale Ökonomik”

Plurale Ökonomik

ab Wintersemester 2016/17 wird die Universität Siegen den Masterstudiengang Plurale Ökonomik anbieten.

Plurale Ökonomik diskutiert und untersucht wirtschaftliche Phänomene mit einer Vielzahl unterschiedlicher Ansätze und zeichnet sich durch den Diskurs alternativer Denktraditionen aus.

Der Studiengang Plurale Ökonomik zielt auf Studierende, die ihr eigenes ökonomisches Verständnis kritisch reflektieren und gewohnte Denkwege verlassen wollen. Der Studiengang bietet zwei Spezialisierungen: Politische Ökonomie sowie Management und Führung.

Die Fed kann im Grunde nur falsch handeln

Hermannus Pfeiffer interviewt Prof. Dr. Dr. Helge Peukert
Taz vom 29.12.2015 Seite 8
Der Wachstumskritiker Helge Peukert hält die von der US-Notenbank eingeleitete Zinswende für egoistisch – und problematisch für Schwellenländer

Hermanus Pfeiffer: Herr Peukert, erstmals seit fast zehn Jahren hat die US-Notenbank Fed den Leitzins erhöht – und damit die Ära der zwei Geschwindigkeiten in der Weltwirtschaft gestartet: Während die Europäische Zentralbank noch stärker aufs Gaspedal drückt, tritt die Fed auf die Bremse. Weil die eigene Wirtschaft wieder brummt?

Helge Peukert: Erst einmal kommt es darauf an, auf welche Daten man schaut. Wir haben in den USA zurzeit tatsächlich 61 Millionen Menschen ohne Arbeit – viel mehr, als die offizielle Arbeitslosenquote von etwa 5 Prozent suggeriert. Und die Industrieproduktion ging zuletzt runter. Geht es der US-Wirtschaft wirklich besser? In der ökonomischen Profession sagen die einen, wie Joseph Stiglitz, die Zinserhöhung komme zu früh, andere, wie deutsche konservative Ökonomen, sie komme zu spät. Meine Meinung: Es ist schwer zu sagen, was der richtige Zinssatz ist.

Die Fed kann im Grunde nur falsch handeln weiterlesen

Gratulation: Schweizer Vollgeld-Initiative kommt zur Abstimmung

wir gratulieren der Schweizer Vollgeld Initiative zum Erreichen des Quorums.

im folgenden das Statement der Initiative:

Die Vollgeld-Initiative hat über 100’000 beglaubigte Unterschriften für eine Verbesserung des Geld- und Bankensystems gesammelt. Die Initiative des überparteilichen Vereins MoMo (Monetäre Gratulation: Schweizer Vollgeld-Initiative kommt zur Abstimmung weiterlesen

Timm Gudehus: Neue Geldordnung

Timm Gudehus„Das heutige Geldsystem ist intransparent, ungerecht und gefährlich. Die Geschäftsbanken erzeugen im Zuge der Kreditvergabe nach eigenem Ermessen Giralgeld in nahezu unbegrenzter Menge, das nur unzureichend gesichert ist. Die Folgen sind private Geldschöpfungsgewinne, Geldverluste bei Bankinsolvenzen, Inflationsgefahr, überschießende Finanzmarktausschläge und Konjunkturschwankungen sowie eine permanent ansteigende Staatsverschuldung. Diese und weitere Probleme des heutigen Timm Gudehus: Neue Geldordnung weiterlesen

Pay for what you get

mit dem Zweiten sieht man besser

über die Notwendigkeit einer Reform der Boden – und Finanzordnung

Prof. Dr. Dirk LöhrUnser nächster Gast in der Reihe “Bausteine einer Neuen Geldordnung” ist der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Dirk Löhr.

  • Löhr ist Professor für Steuerlehre und Ökologische Ökonomik an der Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld. Als Privatdozent war er zudem an der Ruhr-Universität Bochum tätig.
  • Vizepräsident (Deutschland) der International Union for Land Value Taxation.
  • Vor der Berufung als Professor Kaufmännischer Leiter des Regionalbereichs Mitte/ GB Fernverkehr der Deutsche Bahn AG (Frankfurt a.M.) und Aufsichtsratsmitglied in der DB Dialog GmbH (Schwerin).

Im Juli hatten wir die Diskussion über die Bodenrente begonnen und festgestellt, die öffentliche, vor allem die Geldreformdiskussion, hat hier großen Nachholbedarf. Mit diesem Fachmann in den Themenbereichen Bodenrente, Immobilien, öffentliche Infrastruktur, Steuerrecht wollen wir die Diskussion weiterführen.

Verlauf Kapitalmarktzins
Verlauf Kapitalmarktzins
Verhältnis Arbeits-, Kapitaleinkommen und Bodenrenten
Verhältnis Arbeits-, Kapitaleinkommen und Bodenrenten

Seit Jahren sinken die Kapitalmarktzinsen beständig ab, auf die Verteilung des Volkseinkommens hat sich dies wie folgt niedergeschlagen, wenn man von den drei Faktoren Arbeit, Boden und Kapital ausgeht. Das Bild muss nicht kommentiert werden. Die Entgelte der Faktoren Kapital und Boden werden von der offiziellen Statistik jedoch zusammen mit den – überwiegend arbeitsbezogenen – Selbstständigeneinkommen und Risikoprämien leider in einen Topf geworfen (“Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen”). Dabei wird kräftig umgerührt. Insoweit folgt man einer neoklassischen Tradition der Vernebelung, die nicht zwischen dem unvermehrbaren Land (incl. den Naturgütern) und den von Menschen gemachten Kapitalgütern unterscheidet.Bei den Vermögenseinkünften sieht das Bild noch drastischer aus. Die säkular steigenden Bodenrenten gehen auch in die Unternehmensgewinne mit ein, und werden mit dem immer tieferen Zinssatz diskontiert. Dies führt zu einer immensen Vermögensumverteilung.

Eigentlich könnte man ja auf den Gedanken kommen, dass die Rolle der Bodenrenten endlich einmal intensiver in Deutschland diskutiert werden sollte. Weit gefehlt, die Diskussion ist und bleibt “bodenlos”. Das schließt die sog. “alternative Szene” ein, die insoweit erstaunlich “gemainstreamt” ist. Unter den oben dargestellten Prämissen sind periodisch wieder aufflammenden die Diskussionen um die Einkommens- und Vermögensverteilung leider nur Geisterdiskussionen.
Prof. Dr. Dirk Löhr

Wir möchten hier auf einen weiteren interessanten Beitrag zur Geldschöpfung hinweisen “Geldschöpfung und kein Ende: Robinson und die Eichhörnchen” und die  weiteren Texte von Prof. Dr. Löhr aus seinem Download Bereich.