Alle Beiträge von Hajo Köhn

Modern Monetary Theory (MMT): Dirk Ehnts „Modern Monetary Theory“ und Europäische Makroökonomie

veröffentlicht in: Berliner Debatte Initial 28 (2017) 3
Dirk Ehnts

„Modern Monetary Theory“
und Europäische Makroökonomie

In jüngster Zeit etabliert sich eine neue mak-
roökonomische Denkschule, die aus den USA
kommend als „Modern Monetary Theory“
bezeichnet wird. Das auch unter der Abkürzung
MMT bekannte Theoriegebäude bekommt
inzwischen zunehmend Aufmerksamkeit.1
Mit Stephanie Kelton war eine der führenden
MMT-Ökonomen Beraterin des US-Präsident-
schaftskandidaten Bernie Sanders. Öffentlich
bekannt ist auch Pavlina Tcherneva mit ihren
wissenschaftlichen Studien zu ökonomischer
Ungleichheit. Dieser Artikel enthält eine
kurze Darstellung der MMT, in der auch die
wichtigsten Kritikpunkte behandelt werden.
Mein Buch dazu ist momentan die einzige
deutschsprachige Darstellung dieser Theorie
mit Bezug auf die Eurozone.2
Die entscheidenden Innovationen von
MMT sind die Kombination von endogener
Kreditschöpfung (Banken schaffen Giralgeld
aus dem Nichts) und einer chartalistischen
Sicht (Zentralbanken schaffen Zentralbankgeld
aus dem Nichts) in Verbindung mit einer Ma-
kroökonomie, die sich strikt auf Einnahmen/
Ausgaben und die damit verbundene Verän-
derung der finanziellen Nettoverschuldung
der Sektoren Haushalte, Unternehmen, Staat
und Ausland fokussiert. Zentral sind dabei
Buchungssätze, die insbesondere die Ver-
schränkung von Giralgeld und Zentralbankgeld
erklären. Mithilfe der MMT sind Geld- und
Finanzsystem einfach(er) zu verstehen und
auch der Übergang zur Makroökonomie ist
flüssiger als bei anderen Theorien. Wesentliche
Erkenntnis: der moderne Staat, bestehend aus
Regierung und Zentralbank, kann unbegrenzt
Ausgaben tätigen, sollte diese Fähigkeit aber
hauptsächlich zur Erreichung von Vollbeschäf-
tigung einsetzen.

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Buch:Entwaffnet die Märkte!

von Peter Wahl

Reihe: Attac Basis Texte 32 VSA-Verlag

Bis heute immer noch eine der besten Analysen der Finanzkrise, vor allem der Hinweis, dass die modernen Finanzmärkte nicht nur bankenbasiert, sondern vor allem marktbasiert sind. Die Auslöser für die Finanzkrise waren die institutionellen Anleger, die sich schon vor der Finanzkrise ihr „Schattenbanksystem“ kreiert hatten und heute immer noch außerhalb des Regulierungszugriffs agieren.

Die Diskussion geht weiter: Warum eine Bodenwertsteuer?

Bund und Länder und SPD und CDU haben sich bei der Reform der Grundsteuer verhakt. Wertorientiertes Modell oder Flächensteuer, die Bodenwertsteuer scheint aus dem Rennen. Aber:

  1. beide vorgeschlagene Modelle werden eine Klagewelle nach sich ziehen und vom Verfassungsgericht kassiert werden.
  2. Wenn eine Öffnungsklausel beschlossen wird, dann wird die Debatte auf Länderebene weitergehen.
  3. Wenn bis Jahresende kein Gesetz beschlossen wurde, dann wird die Steuer vom Verfassungsgericht ausgesetzt. Da die Kommunen das Geld brauchen, muss sofort ein neues Gesetz beschlossen werden.

    Deshalb halten wir fest an unserer Argumentation und fordern auf, folgenden Beitrag von Prof. Dirk Löhr und Michael von der Mühlen (Januar 2019) herunterzuladen und zu veröffentlichen:

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TV-Tipp: “ Das Wunder von Wörgl“

Erstausstrahlung des Spielfilms „Das Wunder von Wörgl“ (90 min. ORF 2018) im Bayrischen Rundfunk:     
Der Sendetermin ist Dienstag der 23.04.2019 um 22:00 Uhr.
Im Anschluss um 22.30 Uhr folgt die Dokumentation zu dem berühmten Komplementärwährungsexperiment des Michael Unterguggenberger im Jahre 1932/33 „Der Geldmacher“ (45 min. ORF 2018).

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