Schlagwort-Archive: Finanzordnung

Gastbeitrag : „Der Markt wird es schon regeln“

von Jan Neynaber                           Diplom Kaufmann | MagPol | CEFA | HPPsych.
Früher waren Börsenplätze im Besitz der Banken und Bundesländer. Sogenannte Regionalbörsen. Sinn der Börse: Zur Verfügungstellung eines liquiden Handelsplatzes. Dazu hinterlegen alle an der Börse Handelnden ein Pfand als Sicherheit, womit sie als sichere Handelskontrahenten zugelassen wurden.  Gastbeitrag : „Der Markt wird es schon regeln“ weiterlesen 

Helge Peukert im Freitag: Mario, starte den Helikopter

peukert.jpgBis dato war Helikoptergeld ein Tabu, etwa weil die Finanzgroßwirtschaft nicht unmittelbar von ihm profitiert. Einige Ökonomen fragen sich, ob eine Geld verschenkende Institution noch die knapp zu haltende Geldschöpfung unter Kontrolle halten könnte oder nicht vielmehr dem Dammbruch ausgeliefert wäre: Investitionen, die Helikoptergeld verdienten, gibt es viele.

Doch in Zeiten wie diesen ist drohende Inflation, deren Rate die EZB für 2016 mit 0,1 Prozent prognostiziert, nicht das Problem. Ließe sich nicht vielmehr das bisher vergebliche Ringen um die Rettung von Flüchtlingen und die der EU mit Helikoptergeld lösen, mit „QE for the boatpeople“? Man stelle sich vor, die EU-Staaten erhielten es für die Aufnahme eines jeden Flüchtlings. Könnten all die Regierungen in Europa ihren Widerstand gegen eine Quotenregelung gegenüber ihren eigenen Bevölkerungen dann aufrechterhalten? Mario Draghi hat Helikoptergeld nun als „interessantes Konzept“ bezeichnet. Klar ist: Nötige Reformen wie die Begrenzung der Größe von Banken oder eine Finanztransaktionssteuer hätten sich mit Helikoptergeld alles andere als erledigt.”

Im Freitag hat Prof. Dr. Helge Peukert dazu den Artikel
Mario, starte den Helikopter
verfasst.

Rede zur Ausstellungseröffnung über Wilhelm Röpke

Rede zur Ausstellungseröffnung zum Leben und Werk Wilhelm Röpkes zu seinem 50. Todestag am 12.2.2016 in der Universitätsbibliothek Marburg

Der Volkswirt und Sozialphilosoph Wilhelm Röpke wurde am 10. Oktober 1899 im damals bäuerlichen Schwarmstedt bei Hannover geboren. Er starb am 12.2.1966 in Cologny-Genf in der Schweiz. In diesen Tagen liegt sein 50. Todestag. Vor allem mit seiner Trilogie “Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart” (1942), “Civitas Humana” (1944) und “Internationale Ordnung” (1945) beeinflusste er über mehrere Jahrzehnte die (inter)nationale wirtschafts- und gesellschaftspolitische Diskussion und insbesondere deutsche Nachkriegspolitiker nachhaltig, unter ihnen L. Erhard. Dieser kurze Beitrag soll insbesondere Röpke als homo politicus und die politisch- moralische Dimension seines Denkens behandeln. Rede zur Ausstellungseröffnung über Wilhelm Röpke weiterlesen

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mit dem Zweiten sieht man besser

über die Notwendigkeit einer Reform der Boden – und Finanzordnung

Prof. Dr. Dirk LöhrUnser nächster Gast in der Reihe “Bausteine einer Neuen Geldordnung” ist der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Dirk Löhr.

  • Löhr ist Professor für Steuerlehre und Ökologische Ökonomik an der Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld. Als Privatdozent war er zudem an der Ruhr-Universität Bochum tätig.
  • Vizepräsident (Deutschland) der International Union for Land Value Taxation.
  • Vor der Berufung als Professor Kaufmännischer Leiter des Regionalbereichs Mitte/ GB Fernverkehr der Deutsche Bahn AG (Frankfurt a.M.) und Aufsichtsratsmitglied in der DB Dialog GmbH (Schwerin).

Im Juli hatten wir die Diskussion über die Bodenrente begonnen und festgestellt, die öffentliche, vor allem die Geldreformdiskussion, hat hier großen Nachholbedarf. Mit diesem Fachmann in den Themenbereichen Bodenrente, Immobilien, öffentliche Infrastruktur, Steuerrecht wollen wir die Diskussion weiterführen.

Verlauf Kapitalmarktzins
Verlauf Kapitalmarktzins
Verhältnis Arbeits-, Kapitaleinkommen und Bodenrenten
Verhältnis Arbeits-, Kapitaleinkommen und Bodenrenten

Seit Jahren sinken die Kapitalmarktzinsen beständig ab, auf die Verteilung des Volkseinkommens hat sich dies wie folgt niedergeschlagen, wenn man von den drei Faktoren Arbeit, Boden und Kapital ausgeht. Das Bild muss nicht kommentiert werden. Die Entgelte der Faktoren Kapital und Boden werden von der offiziellen Statistik jedoch zusammen mit den – überwiegend arbeitsbezogenen – Selbstständigeneinkommen und Risikoprämien leider in einen Topf geworfen (“Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen”). Dabei wird kräftig umgerührt. Insoweit folgt man einer neoklassischen Tradition der Vernebelung, die nicht zwischen dem unvermehrbaren Land (incl. den Naturgütern) und den von Menschen gemachten Kapitalgütern unterscheidet.Bei den Vermögenseinkünften sieht das Bild noch drastischer aus. Die säkular steigenden Bodenrenten gehen auch in die Unternehmensgewinne mit ein, und werden mit dem immer tieferen Zinssatz diskontiert. Dies führt zu einer immensen Vermögensumverteilung.

Eigentlich könnte man ja auf den Gedanken kommen, dass die Rolle der Bodenrenten endlich einmal intensiver in Deutschland diskutiert werden sollte. Weit gefehlt, die Diskussion ist und bleibt “bodenlos”. Das schließt die sog. “alternative Szene” ein, die insoweit erstaunlich “gemainstreamt” ist. Unter den oben dargestellten Prämissen sind periodisch wieder aufflammenden die Diskussionen um die Einkommens- und Vermögensverteilung leider nur Geisterdiskussionen.
Prof. Dr. Dirk Löhr

Wir möchten hier auf einen weiteren interessanten Beitrag zur Geldschöpfung hinweisen “Geldschöpfung und kein Ende: Robinson und die Eichhörnchen” und die  weiteren Texte von Prof. Dr. Löhr aus seinem Download Bereich.