Geld und Schuld

Dr. Raimund Dietz – am 13. April im Club Voltaire

Dietz_FotoIn der Bausteine-Reihe der Initiative Neue Geldordnung (NGO) ist an diesem Abend der “Geldphilosoph” Raimund Dietz aus Wien zu Gast. Geld, sagt Dietz, sei eines der großen Tabus. Je mehr wir Geld verdrängen, desto mehr beherrscht es uns. Nicht Geld ist allerdings ein Desaster, wie uns eine Jahrtausend alte Tradition lehren möchte, sondern die Anschauungen darüber. Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts. Geld macht frei. Geld vergesellschaftet. Wo Geld fließt, fließt kein Blut. Geld setzt die Welt auf einen dynamischen Pfad. Um mit ihm umzugehen, muss man sich ihm stellen und wissen, was es tut. Wer es als Gleitmittel der Wirtschaft denunziert, rutscht auf ihm aus.

Die Zivilisation richtet sich an Geld auf. Geldgesellschaften sind offene Systeme, die eine innere Ordnung besitzen. Diese gilt es zu erkennen und einzuhalten. Das heutige Finanzsystem höhlt diese Ordnung systematisch aus. Der Rubikon ist überschritten, die Ungleichgewichtslagen verstärken sich systemimmanent. Die große Reinigungskrise steht erst bevor. Der Übergang zu einer nachhaltigen Geldordnung ist gedanklich vorzubereiten.

Diese Veranstaltung in unserem Kalender.

Club Voltaire (S-Bahn “Hauptwache”), 13. April, 19.30 Uhr.

Artikel von Raimund Dietz “Aus der Schuldenfalle – Übergang zu Vollgeld …”

Master of the Universe

Film und Diskussion mit Rainer Voss
am 2. März

In der NGO-Bausteine-Reihe zeigt die Initiative Neue Geldordnung im Club Voltaire den Film “Master of the Universe”. Mit dabei ist der Protagonist des Films, der ehemalige Investment-Banker Rainer Voss, der nach der Filmvorführung mit den Gästen über den Film und seine Biographie diskutiert. Voss erzählt dabei aus eigener Anschauung, wie es in der glitzernden Finanzwelt zugeht, er berichtet von all ihren Abgründen, Skrupellosigkeiten und quasi-religiösen Gesetzmäßigkeiten.

Club Voltaire (S-Bahn “Hauptwache”), 2. März, 19.30 Uhr.

Erreger – ein Trader in Quarantäne

Theaterstück

Das Theater Willy Praml zeigt am 14. und 21. Februar, jeweils um 20 Uhr, erneut das Theaterstück “Erreger – ein Trader in Quarantäne”.erreger

Sind Börsianer gut oder böse? – Oder sind Börsianer Menschen wie du und ich? Was sagt das Theater dazu? Albert Ostermaiers Text, den er im Jahr 2000, weit vor dem tatsächlichen Ausbruch der Bankenkrise visioniert hat, ist der manische Monolog eines Mannes, der den totalen Zusammenbruch erleidet. Im Verdacht, von einem unbekannten Virus befallen zu sein, wird im Strom von Sätzen und Erinnerungen das Portrait eines zeitgenössischen Antihelden entworfen.

Im Anschluss: Publikumsgespräch mit Experten des Bankengeschäfts zu Fragen der Geldwirtschaft, dem Hintergrund von Bankenkrisen und möglichen Alternativen. Am 14. Februar ist Josef Schnitzbauer, Regionalleiter der GLS Bank in Frankfurt und Mitglied im Frankfurter Fair Finance Network zu Gast.

Bei der Aufführung am 21. Februar diskutiert Rainer Voss, ehemaliger Investment-Banker und Protagonist im Film “Master of the Universe” im Anschluss an das Theaterstück mit dem Publikum. An beiden Abenden mit dabei ist der Regisseur und Theaterleiter Willy Praml. Ebenfalls an beiden Abenden mit dabei ist Hajo Köhn von der Initiative Neue Geldordnung, die zusammen mit dem Theater Willy Praml die Podiumsdiskussionen konzipiert und organisiert hat.

Für beide Aufführungen gibt es hier Online-Tickets

Weitere Information kompakt als Handzettel

Umbau von Geldordnung und Finanzmarkt

im Gespräch mit Prof. Helge Peukert

Ein Abend im Rahmen der NGO-Bausteine-Reihe mit Helge Peukert – 2. Februar, Club Voltaire

Dr. Dr. Helge Peukert ist außerplanmäßiger Professor am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft und FinanzsoziolFoto Peukertogie an der Universität Erfurt. Neben der Ökonomie des öffentlichen Sektors befasst er sich als heterodoxer Ökonom auch mit der Geschichte des ökonomischen Denkens, Wirtschaftsgeschichte und den Grenzen des Wachstums. In “Die große Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise” (Metropolis, 5. Aufl. 2013) und “Das Moneyfest” (Metropolis, 2. Aufl. 2014) hat er gegenwärtige Krisenerscheinungen analysiert und einige radikale Reformen vorgeschlagen. Er ist u.a. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac und der Monetative und unterstützt die Frankfurter „Initiative Neue Geldordnung“ (NGO).

Dieser Bausteine-Abend wird anders verlaufen als normale Vortragsabende: Wir werden die folgenden Themen in der Gesamtgruppe diskutieren, und unser Referent Dr. Peukert wird moderieren. Seine eigenen Thesen und Erläuterungen fließen dabei inhaltlich mit ein.

Fragenkomplexe

1. Wir beobachten zunehmend verzweifeltere Versuche der herrschenden Institutionen (zur Zeit der EZB mit den Anleihekäufen), die Folgen der schwelenden Euro-, Finanz- und Wirtschaftskrise in den Griff zu bekommen. Wie sind vor diesem Hintergrund die jüngsten Maßnahmen der EZB einzuordnen? Ist eine echte Lösung der Krise auf dem durch die Troika eingeschlagenen Weg überhaupt denkbar? Welche Bedeutung haben die jüngsten politischen Entwicklungen in Südeuropa (insb. Griechenland, bald auch Spanien?) auf die herrschende Gesamtstrategie? Welche wirtschaftspolitischen Alternativen hätten Regierungen, die den Austeritätskurs ablehnen, im Euro-Raum oder in der Nicht-Euro-EU?

2. Was sind die zentralen Webfehler der heutigen Geldordnung? Welche Korrekturen wären notwendig? Nehmen wir an, sie wären durchgeführt: Würde das reichen, oder welche Korrekturen wären darüber hinaus in der Wirtschaftsordnung nötig – z.B. im Finanzsektor, in der Realwirtschaft oder bei der Staatsfinanzierung?

3. Wer repräsentiert den potenziellen Kern einer Geldreformbewegung? Welches wären ihre möglichen Forderungen, auf die sie sich verständigen könnte und die politische Wirksamkeit erzielen könnten? Welche Bündnisangebote könnte eine solche Geldreformbewegung an „benachbarte“ Bewegungen (z.B. Sozialproteste, Anti-TTIP, Ökobewegung) hinein machen?

Die konkreten Forderungen von Helge Peukert sind hier nachzulesen …

Denkanstöße für eine neue Geldordnung

Kris Kunst

KK beschn Portrait

Kris Kunst, Mitautor des Buches “Das dienende Geld” der Akademie Solidarische Ökonomie, wird in diesem Monat bei den “Bausteinen” seine Vorstellung von einer neuen Geldordnung präsentieren.

Kris Kunst (44) ist Volkswirt und gelernter Offsetdrucker. Er kommt aus Ostfriesland und lebt in Mainz. Sein politisches Hauptthema ist der Systemwechsel hin zu einer demokratischen Wirtschaftsordnung, die die Konzentration von Reichtum und Macht verhindert, umfassende soziale Inklusion aller Menschen ermöglicht und sich in Richtung ökologischer Nachhaltigkeit entwickelt. Zu diesem Thema baut er gerade mit anderen zusammen die Initiative “economy for the people” (efp) auf – siehe www.wirtschaftsdemokratie.net

Wichtiger Bestandteil einer neuen Wirtschaftsordnung, so Kunst, sei eine neue Geldordnung mit den folgenden Merkmalen:

a) Vollgeld-System und Geldschöpfung ausschließlich von der öffentlichen Zentralbank (Monetativen-Gedanke).

b) Abkoppelung der Geldversorgung der Realwirtschaft insb. zum Zweck der Investitionsfinanzierung von privaten Finanziers – hin zu öffentlichen und gemeinnützigen Banken ohne Gewinnzweck. Die Innenfinanzierung der Unternehmen durch Rücklagen bliebe davon unberührt.

c) Abkoppelung der Staatsfinanzierung von Steuern und Verschuldung bei Privaten – stattdessen die direkte Finanzierung des öffentlichen Sektors über die unabhängige Zentralbank.

Bei all diesen Umbaumaßnahmen sollen zugleich neue Elemente der demokratischen Mitbestimmung eingebaut werden, die die politische Demokratie in die Geldordnung hinein verlängern (Primat der Politik herstellen). Kunst behauptet, dass auf diese Weise selbst diesseits einer grundlegenden Reform der Eigentumsordnung wichtige Weichen für die gesellschaftliche Entwicklung neu gestellt werden können. Kunst erläutert, wie sich durch seine Vorschläge selbst für die tagespolitische Debatte hierdurch neue Perspektiven ergeben.

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit spannenden Diskussionen am 1. Dezember um 19.30 im Club Voltaire.

Mehr zum Vortrag am 1. Dezember lesen Sie HIER

Wege und Ziele einer Geldreformbewegung