Schlagwort-Archive: Geldpolitik

65.Mündener Gespräche

Proudhon, Gesell, Keynes und negative Zinsen

Seit mehr als fünf Jahren halten die Zentralbanken Japans, Skandinaviens, der Schweiz und der Eurozone ihre Leitzinsen nahe bei null oder sogar unterhalb von null. Das galt als völlig undenkbar, bis der US-amerikanische Ökonom Prof. Gregory Mankiw bald nach dem Beginn der großen Weltfi-nanzkrise im Herbst 2008 in einer Kolumne in der „New York Times“ schrieb, dass die Ökonomen und die Allgemeinheit sich in Zukunft genauso an negative Zinsen gewöhnen müssten, wie sich Mathematiker einstmals an negative Zahlen gewöhnt hätten. Mankiw erinnerte damals sogar an den So-zialreformer Silvio Gesell, der schon vor mehr als 100 Jahren die Idee nega-tiver Renditen gehabt hätte. Der weltberühmte Ökonom John Maynard Keynes habe diese Idee für gut befunden. Und „in der Situation von Banken, die übergroße Reserven halten, erscheint Gesells Sorge über die Haltung von Geld ganz plötzlich sehr modern.“

Das geldpolitische Handeln der Zentralbanken entspricht bislang jedoch noch nicht den Vorstellungen von Gesell. Das anstelle einer Einführung von „künstlichen Durchhaltekosten des Geldes“ von den Zentralbanken praktizierte sog. Quantitative Easing, also der massenhafte Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen, erreicht nicht die von ihnen angestrebte Wirkung einer Stabilisierung der Wirtschaft.
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Wider den Unsinn von den Strafzinsen: Wie die unkonventionelle Geldpolitik wirklich funktioniert

Norbert Häring [13.9.2019]

Als die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den Zins für Bankguthaben bei der Zentralbank von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent gesenkt hat, war in fast allen Medien von einem höheren Strafzins die Rede. Dabei ist der Ausdruck grob irreführend. Er bedient und vertieft ein Fehlverständnis von der Funktionsweise der Geldpolitik und richtet damit beträchtlichen Schaden in den Köpfen an.

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Attac Sommerakademie 31.07. – 04.08.2019 in Bochum/ Seminar:

Die EZB – Geldschöpfungs-, Geldverteilungs-, Geldgestaltungsinstitution

Die geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank beeinflussen nicht nur das europäische Finanzsystem, sondern die Finanz- und Wirtschaftspolitik der EU insgesamt. Welche Rolle könnte sie bei der Finanzierung der sozialökologischen Transformation spielen?

Beschreibung

Die Europäische Zentralbank ist wahrscheinlich die wirkungsmächtigste europäische Institution. Die Geldschöpfungsmacht der EZB hat Auswirkungen auf die umlaufende Geldmenge, die Geldverteilungsmacht der EZB hat sozialökologische und die Gestaltungsmacht der EZB politische und demokratische Auswirkungen. Welche geldpolitischen Vorstellungen prägen sie und welche Auswirkungen haben ihre Entscheidungen? Könnte sie auf Basis ihrer gegenwärtigen regulatorischen Grundlagen eine tragende Rolle bei der Finanzierung der sozialökologischen Transformation spielen oder sind dazu Veränderungen der Rahmensetzung notwendig?

Referenten: Johannes Priesemann und Hajo Köhn

 

Anmeldung für die Sommerakademie hier.

Kosten für die Workshops sind in der Teilnahmegebühr für die Sommerakademie enthalten.

CFS Panel Discussion:The beginning of the end? Central banks and their exit policies going into 2018

The monetary policy of the ECB has been subject to controversial discussions among economists, policy makers and analysts in the recent months. Leading capital market experts will share their views on the future strategy of the ECB from a financial markets perspective.

Dr. Bettina Müller, Chief European Economist, Deutsche Asset Management
Prof. Michael Heise, Chief Economist, Allianz SE
Prof. Thomas Mayer, Founding Director, Flossbach von Storch Research Institute
Peter Schaffrik, Global Macro Strategist, Royal Bank of Canada

Moderation: Mark Schrörs, Monetary Policy Correspondent, Börsen-Zeitung

Anmeldung erbeten.